Auf der Fahrt durchs Bergische war genug Zeit zum Aufwachen, Musik hören und klönen. Noch mehr Zeit verschafften uns die vom Siegen-Wittgensteiner Straßenbauamt gesponsorten Bauampeln.
Am Zielort wurde gemütlich ausgeladen, und dann ohne Umschweife die erste kleinere Wanderung angegangen. Beobachtung: Am Zielort werden Pferde und Autos auf dem selben Parkplatz untergebracht, die Autos aber nicht gefüttert und gestriegelt.
Wegen Kyrill wirkt das schöne Sayn- und Wittgensteiner Land nun sehr ungewohnt, irgendwie baumlos, aber zumindest Bussarde und Habichte gingen locker damit um: die Jungvögel hatten ihren Spaß und taten dies Kund. Nach knapp 2h wurde eine heimelige Kuchenmühle aufgesucht. Es gab Apfeltorte, Kaffee und Weizen. Derart gestärkt gings in die Sauna, mit anschließendem Lesen, schlummern.
Es war beim ersten Gang des Abendessens. als ich dem Küchenteam verfiel. Selten habe ich so schmackhaft gegessen! Über das vorzügliche Essen vergaß ich die Sache mit dem Altersschnitt im Saal, den wir durch unsere Anwesenheit nur um wenige Jahre drücken konnten. Das Essen wurde mit Kaffe und Obstbrand abgerundet, der "Strubbelige" konnte nicht locken.
Einige Seiten "Drachenläufer" lesend, ab und an dem spärlichen Fernsehprogramm folgend, staunte ich über "high-tech" im Bett: Zimthuhn faltete sich elektrisch. Der Rotwein war o.k., und das Fernsehen lehrte nebenbei, daß fremdbestimmtes Einkleiden oft keine gute Sache ist.
Ein neuer Tag! Auf auf, ab ins Schwimmbecken, bevor die senil Bettflüchtigen im 18m Pool paddeln.
Positiv: Morgens um 7:00 Uhr frischer Kaffee & Tee mit Gebäck am Pool!
Negativ: Chlorbrille vergessen, Becken bereits mit bedächtigen Brustschwimmern, kurz vor ihrem lautlosen Untergang, gefüllt. Fazit: Zum Aufwachen ganz nett, aber bei nur 18m Bahnlänge kann einem , auch ohne lebende Hindernisse, schwindlig werden.
Frühstück war sehr lecker, insbesondere nachdem Zimthuhn mir zeigte, wo die am Buffet die leckeren Sachen stehen. Echt Klasse, so ein Nahrungskompaß. Über all die Genüsse verpaßten wir den Bus zur nächsten Wanderroute. Einen Kaffee und ein paar Zeitungsseiten und einie angetäuschte Busse weiter nahm uns der nächste "echte" Bus mit auf eine Verirrungsfahrt zum Kahlen Asten. So ganz ohne verbundene Augen.
Dank des bescheidenen Wetters wurden wir beim Aufstieg auf den Kahlen Asten nicht von Kampfwanderer auf großer Rothaarsteigtour überrannt. Hatte ich schon erwähnt, daß der Kahle Asten recht kahl ist?
Ohne Zimthuhns hervorragenden Orientierungssinn (siehe oben, Frühstück) hätten wir uns gewiß verlaufen und wären dank der Rationen in meinem Rucksack wahrscheinlich bis zum Ararat gekommen. Oder sogar bis Duisburg. Aber der richtige Weg war gefunden, es klarte auf und wir konnten noch ein wenig Sonne tanken. Merkwürdig war ein intensiver Duft nach Waldmeister, der auf verschiedenen Wegabschnitten in der Luft lag.
Nach einigen Stunden kamen wir in einem kleinen Kaffeeahaus in Südskandinanvien an, stärkten uns mit Kaffee und Kuchen und freuten uns auf die Sauna.
Zum Abendessen waren 5 Gänge angekündigt:

Wir müssen sehr abgehärmt ausgesehen haben, denn vorab gabs dann noch eine Zanderterinne als Gruß aus der Küche.

Gegen Ende dieses hervorragenden Mahls offenbarte ein sichtlich erschöpftes Zimthuhn ihr 5-Gang Limit.
Alles in allem: Wir waren wandern und ließen die Seelen baumeln.
Es war alles wie es sollte.
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